Frau Fischer war in unserem Workshop der Ansicht, dass es keinen Architekten interessieren könnte, Räume für den kreativen Tiefpunkt zu entwerfen. Was gäbe es da schon zu tun? Am kreativen Tiefpunkt ist die Welt schließlich wüst und leer. Aber: Gleichzeitig ist dies doch auch der Punkt des maximal möglichen Potentials; solche Räume können minimalistisch, aber nicht ohne Spannung sein; vielleicht hätte die Verbindung eines modernen Anbaus mit einer bestehenden Altbausubstanz etwas ganz Bezeichnendes. Außerdem ist es richtig, wenn so ein Komplex etwas Anregendes hat, das entgegenkommt, entlastet und abholt.

Wir haben so ein Haus entworfen und hier visualisiert, denn das Projekt soll anschaulich werden. Dieses Haus gibt es in dieser Form nicht und wird es so nie geben. Es ist eine Art Traumschloss, ein Modell, das die Phantasie anregen soll. Im Moment ist dieses Haus aus einer bestimmten Perspektive zu sehen, aus der verschiedene mögliche Charakteristika, Funktionen der „Provinz“ angedeutet werden; die klappen in den Textfeldern auf, wenn Sie mit dem Cursor über die Darstellung fahren.

In Räumen, in denen Ideen entstehen, sollten sie auch ihre ersten Schritte tun können, im Sinne des Notizblocks, den man für die nächtlichen Einfälle auf dem Nachttisch liegen hat. Eine Werkstatt, ein Forum könnten angeboten werden, Plattform zur Präsentation neuer Konzepte. Es kann etwas erarbeitet werden, nachgelesen in einer Bibliothek, oder erörtert vor einer Wand aus Büchern, ausbaldowert vor dem Kamin.
Es kann sein, dass man sich für wenige Tage einmal ausklinkt aus den Zusammenhängen und auch in diesen Räumen schläft, genauso, wie man sich vielleicht einfach dort zum Mittagessen trifft oder einen geschäftlichen Termin dorthin verlegt. Sicher Sinn macht die Bar für den Chillout nach dem Burnout.
Ein Garten könnte eine ganz entscheidende Rolle spielen, so wie ein Dojo vielleicht auch.

Für die Fortsetzung der Diskussion stellen wir uns zum Beispiel vor, neue Perspektiven und Standorte in und um dieses Haus zu suchen und einzunehmen, von denen aus andere neue Aspekte des Projektes deutlich gemacht werden können, so wie sie sich im Fortgang verdichten.